Die weibliche Perspektive macht Technologie erst erlebbar

Die digitale Arbeitswelt hat ein Gender-Problem. Aber nicht nur in Bezug auf Führungskarrieren. Vor allem wenn es um den Nutzen neuer Technologietreiber geht, bringt die weibliche Perspektive Vorteile.

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über neueste technische Möglichkeiten aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge oder auch Big Data berichtet wird. Das verdeutlicht: die IT ist zum Mittelpunkt der geschäftlichen Ausrichtung in Richtung Digitalisierung geworden und einer der am schnellsten wachsenden Bereiche der Wirtschaft des 21.Jahrunderts.

Zahlreiche Apps, Bots und Computer-Codes beeinflussen jeden Tag unser Leben. Sie durchsuchen das Netz nach unseren Anfragen, kuratieren unseren Nachrichten-Stream, unterstützen unser Dating-Leben, und navigieren uns von A nach B. Technologie dominiert also schon heute unser Leben und Arbeiten auf so vielfältige Weise, dass wir nicht mehr umhin kommen, uns verstärkt mit dem Sinn und Nutzen dieser vielen technischen Neuerungen auseinanderzusetzen.

Paradoxerweise sind aber diejenigen, die in den Positionen sind, diese Produkte zu formen und sie marktfähig zu machen, nicht so vielfältig und facettenreich. Meist männliche Codierer, Produkt-Designer, Software-Entwickler oder Vertriebschefs stellen die Weichen für die Marktakzeptanz neuer digitaler Services und Produkte. Was zur Folge hat, daß es bei der sogenannten „Customer Centricity“, also der zentralen Kundenansprache, schnell mal um „remote geflashte Herdplatten“ und das Storage Management im Kühlschrank geht. Technokratisch anmutender Ingenieurs-Sprech des technisch Machbaren eben, den man aktuell sowohl im Bereich Smart Home aber auch bei der Vermarktung vom Internet der Dinge oder der Cloud Technologie begegnet. Produkt in ihrer bloßen technischen Brillianz zu beschreiben, reicht heute nicht mehr. Gerade in einer immer komplexer und schwer vorstellbaren Welt, kommt es mehr denn je darauf an, den Kunden emotional zu erreichen, und ihn direkt vom Mehrwert einer Anwendung zu überzeugen.

Genau an dieser kommunikativen Schnittstelle täte manch großer Technologiekonzern gut daran, gezielt auf die digitale Handschrift seiner Frauen zu setzen und ihre Fähigkeiten abzurufen. Sie verstehen es, technisches Fach Know-How in persönliche Mehrwerte zu übersetzen, und schnell in einen Zielgruppenkontext zu setzen. Aus dem Storagemanagement des Kühlschrank wird damit im Handumdrehen die intelligente Einkaufsliste, die hilft, denn Alltag besser zu organisieren. Die Frauen fragen immer zuerst nach dem Nutzen und der Anwendbarkeit von Technologie, und wäre daher auch eine ideale Reflektionsfläche für Entwickler, um mehr über die Markttauglichkeit ihrer Produkte zu erfahren.

Ein Trumpf, den viele Unternehmen bereits im Ärmel haben, der aber noch nicht gezogen wurde.

Sie haben Fragen dazu, wie man technische Innovationen der weiblichen Zielgruppe nahe bringt bzw. interne Promoterinnen entsprechend positioniert? Dann freue ich mich über Ihren Kontakt.

Dieser Beitrag entstand für das Medium https://www.hrperformance-online.de   innerhalb der Printausgabe 3/2017