Social Profiling: Vom Muffel zum Macher

Führungskräfte sind zeitlich extrem eingespannt. Die Kommunikation in den sozialen Netzwerken hat da oft nicht oberste Priorität. Dabei bietet Social Media Profiling große Chancen für C-Level Executives in punkto Reputationsmanagement, Geschäftsanbahnung oder Thought Leadership. Welche genau das sind, betrachten wir in unserem Blogpost näher.

In der WhatsApp-Gruppe spreche er mit den Beachvolleyball-Kumpels, erklärt Sven Lorenz, CIO von Porsche im Gespräch mit dem Harvard Business Manager. Zu mehr fehle ihm einfach die Zeit. Seine Social-Media-Profile bei den übrigen Netzwerken XING, LinkedIn, Facebook und Twitter betreibe er aus professionellem Interesse. Trotz wenig Zeit sind dies ja schon beeindruckend viele Kanäle. Gerade für Führungskräfte auf C-Level ist es wichtig, in verschiedenen Social-Media-Kanälen proaktiv zu agieren und das Netzwerk gezielt für den Aufbau ihrer digitalen Identität zu nutzen.

Social Media Profiling: Führen durch Reputation

Führungskräfte sollten die sozialen Netzwerke nutzen, um auch im Social Web als Experten und Meinungsführer sichtbar zu sein. Ein positives Beispiel für erfolgreiche Imageprägung im Social Web ist Harald Schirmer, Digital Transformation Manager bei der Continental AG. Ob XING, Facebook oder LinkedIn, Schirmer nutzt diese Kommunikationsform, um interessante Einblicke in seine Arbeit zu geben. Er stellt etwa Projekte vor, gibt seine Einschätzungen zu verschiedenen Themen oder würdigt die Arbeit von Kooperationspartnern öffentlich. Dadurch manifestiert er seinen Ruf als Experte für digitale Transformation und avanciert durch sein unermüdliches Engagement (#mutanfall) auch zum persönlichen Vorbild für viele.

Direkte Geschäftsanbahnung

Damit ist in diesem Fall nicht eine direkte Leadgenerierung gemeint. Beim Social Profiling geht es vielmehr um die Anbahnung neuer Geschäftskontakte durch erkennbare Themenführerschaft. Durch ein aussagekräftiges Profil, relevante Kommentare und hohe  Sharing-Zahlen können Führungskräfte wichtige Kontakte zu potenziell neuen Geschäftspartnern knüpfen. Dieser Kontakt zu anderen Entscheidungsträgern kann einen enormen vertrieblichen Hebel schaffen. Wer sich beispielsweise mit dem Management von künstlicher Intelligenz im IT-Umfeld auskennt oder sich über lukrative Investments innerhalb der Plattform-Ökonomie einen Namen macht, dessen Unternehmen oder Beratung erhält gleichzeitig einen Vertrauensbonus. Dies stellt eine gute Grundlage für den nachhaltigen Kontaktaufbau dar.

 Positionierung neuer Geschäftsbereiche

Auch wenn es darum geht, seinen Business-Partnern einen neuen Geschäftsbereich vorzustellen, erweist sich der soziale Dialog für Führungskräfte als vorteilhaft. Dabei können sie sich selbst als Teil dieses Bereiches bzw. dieser Innovation darstellen, auf Projektfortschritte hinweisen, Etappen verdeutlichen oder auch darlegen, wie es ihnen gelang, die Mitarbeiter mitzunehmen. Diese Botschaften sollten über visuelle Kommunikation mit Fotos und Videos nochmals verstärkt werden. Das verleiht der Kommunikation einen persönlichen Stil und die Führungskraft kommt gleichzeitig den Erwartungen an modernes Management nach: Nicht nur sagen, was man tut, sondern zeigen, wie man es tut.  So begleitete beispielsweise Matthias Schrader von der Agentur Sinner Schrader die Übernahme durch die Technologieberatung Accenture kommunikativ sehr proaktiv und anschaulich.

Social Media Profiling: Die richtigen Zielgruppen und Themen

Um Aufmerksamkeit in  Social-Media-Kanälen zu erzielen oder um sogar als Meinungsführer im eigenen Bereich wahrgenommen zu werden, muss einiges vorab berücksichtigt werden. Zunächst ist es wichtig, die passenden Kanäle für die anvisierten Zielgruppen zu identifizieren, beispielsweise LinkedIn für B2B-Themen, Instagram und Snapchat für eine Kommunikation mit einer jüngeren Zielgruppe zu Consumer-Themen. Der nächste Schritt für zukünftige Meinungsmacher ist, sich mit in ihrem Bereich relevanten Influencern und Gruppen zu vernetzen, damit ihre Beiträge durch Retweets oder Kommentare eine gute Sichtbarkeit erlangen.

Dieser Beitrag wurde im Original für den Text100blog publiziert.

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